Sammlung Reinking

sculpture@CityNord

Das temporäre Skulpturenprojekt in der City Nord

14. Mai bis 24. September 2006

Initiiert von der Grundeigentümer Interessengemeinschaft City Nord GmbH
Organisation: Peter Borchardt
Kurator: Rik Reinking



sculpture@CityNord verspricht, das Ereignis des Hamburger Kunstsommers zu werden. Zum ersten Mal veranstaltet die Grundeigentümer Interessengemeinschaft City Nord GmbH (GIG) ein temporäres Skulpturenprojekt in Hamburgs City Nord. Mit dem jungen Kurator und Sammler Rik Reinking und dem auf Kunst im öffentlichen Raum spezialisierten Hamburger Galeristen Peter Borchardt hat die GIG zwei engagierte und kompetente Partner für dieses Projekt gefunden.
Das Projekt findet im Rahmen des Hamburger Architektursommers 2006 statt und soll alle zwei Jahres stattfinden. Auf Grund der hohen Qualität darf man sich sicher sein, dass das Skulpturenprojekt über die regionalen Grenzen hinaus zum Anziehungspunkt für Besucherströme auch von außerhalb werden wird. Im Jahr der Fußball-WM wird die Hansestadt von dem Kunstprojekt profitieren.
Die City Nord präsentiert sich damit ausdrücklich als Standort für Kunst und Kultur. Die Kulturbehörde stuft dieses Projekt als "den anspruchsvollsten Beitrag zum Thema Kunst im öffentlichen Raum für dieses Jahr" ein. In Gegenwart von Kultursenatorin Karin von Welck wird das Projekt am 14. Mai um 11 Uhr im City Nord Park eröffnet. Die Abschlussveranstaltung findet am 24. September statt. Prof. Lingner von der Hochschule für bildende Kunst wird das Projekt mit einem Seminar und einem Symposium wissenschaftlich begleiten.


Das künstlerische Konzept
Das Kunst-Kompetenz-Duo Reinking / Borchardt präsentiert heute eine Künstlerliste, die spannende Beiträge verspricht. Rund 30 namhafte, vorwiegend junge Künstler nehmen an dem Projekt teil. Junge Hamburger Kunst trifft hier auf internationale Kunst-Stars wie Lawrence Weiner. Die meisten von ihnen haben bereits beachtliche Erfolge in der Kunstszene zu vermelden. Von einigen hat man bereits viel gehört - von anderen wird noch einiges zu hören sein. Dabei scheut Reinking keinesfalls den Diskurs mit den Meistern früherer Generationen, sondern bezieht sie ausdrücklich ein.
Zwei Künstler präsentieren gerade ihre Arbeiten im Kunsthaus Hamburg. Sonja Vordermaier und Jan Köchermann haben das Hamburg Stipendium für 2005 erhalten. Bei den für die Ausstellungen ausgewählten Werken handelt es sich um Werke der zeitgenössischen Kunst, die unterschiedlichen Thematiken und Ausrichtungen zuzuordnen sind. Die Grenzen zu anderen Kunstgattungen sind offen. Das schließt Einzelskulpturen, Skulpturengruppen und Installationen ein, des weiteren Performances, Konzerte und Video-Kunst. Es wird sowohl große und beeindruckende Beiträge geben, als auch Positionen, die es zu entdecken gibt. Neben skulpturalen Objekten wird es auch verschiedene Plattformen geben, auf denen sich - wie auf einer Bühne - Real-Life-Projekte und Performances realisieren lassen. Es wird Eingriffe in die örtlichen Gegebenheiten geben, indem zum Beispiel ein Weg verschwindet, oder ein Parkplatz zur Partylounge wird. Straßenlaternen mutieren zu Kandelabern, Stühle hängen am Himmel, Bäume laden Feen ein, Hinweisschilder fordern vehement nach mehr Un- Sinn. Geplant ist darüber hinaus ein Expo-Container, der von ca. 20 Künstlern im schnellen Wechsel als Ausstellungsfläche genutzt wird. Zudem gibt es ein von absoluten Kennern der Szene eigens für diese Veranstaltung kuratiertes Video-Projekt mit wechselnden Programmen, das in einem kleinen Kinoraum auf der Ebene +14 zu sehen sein wird.
Nahezu alle Positionen setzen sich mit der City Nord und der dortigen städtebaulichen Situation auseinander. Die meisten künstlerischen Beiträge entstehen explizit für dieses Vorhaben. Es wird höchst spannend werden, wie diese Künstlerinnen und Künstler auf den in Hamburg städtebaulich umstrittenen Ort City Nord reagieren - eine eigenartige Bürostadt, die seit Ende der fünfziger Jahre entstanden ist, in der viele Großunternehmen ihren Hauptsitz haben und etwa 30 000 Menschen arbeiten. Man darf sich von der Arbeit Rik Reinkings einiges erhoffen.
Der junge Sammler und Kurator hat in Projektgesprächen bereits die Richtung von sculpture@CityNord vorgegeben. Seine Schlagworte sind Prozesshaftigkeit, Flexibilität, Experiment, Erweiterung des Skulpturenbegriffs und Ideenkunst.


Ausstellende Künstler
Nir Alon, Hermine Anthoine, Rolf Bergmeier, Matthias Berthold, Jimmie Durham, Johannes Esper, Christian Forsen, Till F.E. Haupt, poisen idea, Yoshiaki Kaihatsu, Wulf Kirschner, Jan Köchermann, Volker Lang, George Lappas, Daniel Man, Stefan Panhans, Thorsten Passfeld, Gerrit Peters, Mirko Reisser (DAIM), Ulrich Rückriem, Barbara Schmidt-Heins, Gabriele Schmidt-Heins, Anna Schuster, Rainer Splitt, Sonja Vordermaier, Lawrence Weiner, Winter / Hörbelt

Die Macher: "Eine Skulptur verschafft einem Platz ein Gesicht und damit Identität. Eine Skulptur repräsentiert das Mehr, das sich eine Kommune, ein Mäzen oder Auftraggeber leistet, um etwas Besonderes zu dokumentieren und Verantwortung für einen kommunalen Lebensraum zu übernehmen."

















Das Rahmenprogramm
Neben Eröffnung und Finissage sind weitere Sonderaktionen vorgesehen: Künstlervideos, Musikveranstaltungen oder Podiumsdiskussionen mit den beteiligten Künstler und qualifizierten Kunstvermittlern.
Es wird einen Infopoint geben, wo Besucher Führungen buchen oder einen Audioguide ausleihen können. Kunstkataloge werden zum Stöbern und Kaufen angeboten. Zudem ist der Betrieb eines Cafés geplant, in dem Kleinigkeiten zu Essen und zu Trinken angeboten werden. Das Café wird von Waagenbau (bekannt durch den Centralparc im Schanzenviertel) betreut.
Am 19. Mai startet ein Skulpturenlauf über 3,3 oder 10 Kilometer. Der Künstler Falk von Traubenberg wird auf der Ebene +14 einen begleitenden Fotowettbewerb veranstalten.

Struktur des Projekts
Es handelt sich hierbei um ein außergewöhnliches Beispiel, bei dem die Initiative und Realisation in privater Hand liegt und die öffentlichen Ansprechpartner in außerordentlich kooperativer Weise das Projekt unterstützen und fördern. Das Skulpturenprojekt wird ausschließlich von privaten Trägern finanziert und organisiert und vom Engagement aller Beteiligten getragen.



sculpture@CityNord
City Nord Park, New-York-Weg / Überseering Ecke Kapstadt-Ring
22297 Hamburg

Projektzeitung als Acrobat pdf
Mehr Informationen zum Katalog

Mehr Infoformationen: sculpture-citynord.de

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Sammlung Reinking

sculpture@CityNord - Katalog

sculpture@CityNord
Das temporäre Skulpturenprojekt 2006
2007. Hamburg. Organisation Galerie Peter Borchardt. Kurator Rik Reinking.
Deutsch / Englisch, 176 Seiten,
24 x 19 cm, Hardcover,
Fadenheftung, Farbabbildungen,
28,00 EUR/ 45,00 SFR

ISBN 978-3-937014-53-1
Erschienen im modo Verlag

Katalogauszug als Acrobat .pdf
Zu beziehen bei amazon.de

Kunst im öffentlichen Raum ist ein wenig in Verruf geraten. Zu oft stehen Werke zeitgenössischer Kunst unvermittelt und ungefragt auf Plätzen und in Parks, manch einer spricht sogar von einer "aufhübschenden Stadtreparatur".
sculpture@CityNord hat gezeigt, dass Kunst im öffentlichen Raum weder ein Lückenfüller sein muss noch das schlechte Gewissen der Verantwortlichen angesichts vernachlässigter Stadtteile beruhigen muss. Mag sein, dass die Skulpturenausstellung, die im Rahmen des Hamburger Architektursommers vom 14. Mai bis zum 24. September 2006 stattfand, insofern ein Glücksfall war, dass die Grundeigentümer-Interessengemeinschaft City Nord, der Organisator Galerist Peter Borchardt und der Kurator, Kunstsammler Rik Reinking an einem Strang zogen.
Das Konzept überzeugte auch die Künstler, von denen viele eigens für das Projekt im Park der Hamburger City Nord neue Arbeiten schufen. Jimmie Durham ließ für "Back Door" eine Tür in den Rasen ein, die den Zugang zur Erde symbolisch versperrte, Johannes Esper verlor mit Absicht einen Brillanten auf dem weitläufigen Gelände und Poison Idea legte die "Große Pfütze" an, auf die die Passanten reagieren mussten.
Der Betrachter war als Interakteur gefragt. Das funktionierte so gut, dass nicht nur Führungen, Konzerte und Künstlergespräche während des temporären Projektes stattfanden, sondern sich auch spontane Aktionen entwickelten.
sculpture@CityNord wird 2008 fortgeführt, warum, ist in diesem Katalog dokumentiert, der allen Verantwortlichen für Kunst im öffentlichen Raum nur wärmstens ans Herz gelegt werden kann.

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